Fördermaßnahmen

2020: Neues Buntfenster an der Hochkanzel

Die Buntglasfensterserie von Jürgen Goertz wurde im Jahr 2020 mit dem Fenster „Mose: die zehn Gebote“ abgeschlossen. Dieses dritte Fenster aus der Hand des Künstlers wurde vom Förderverein Notburgakirche Hochhausen gestiftet. Mit diesem Fenster wurde das auf der Südseite im Kirchenschiff verbliebene weiße Fenster auf Höhe der Kanzel ersetzt.

Jürgen Goertz setzte hierbei das Thema in abstrakt-figurativer Weise künstlerisch um. Die Wahl des Standortes passt auch zum Inhalt des Fensters: von der Kanzel aus werden Botschaften vermittelt – Botschaften, die auf den zehn Geboten basieren.

Bei der Veranschaulichung des Verhaltenscodex geht es weniger um die Illustration eines jeden einzelnen Gebotes, wie dies im Mittelalter üblich gewesen wäre. Heute stehen zeitrelevante Schaubilder im Vordergrund. Hierfür hat Jürgen Goertz das Buntglasfenster für seinen künstlerischen Arbeitsprozess in sieben Stationen eingeteilt.

Insgesamt wurden etwa 150 Einzelteile verbaut. Es handelt sich hierbei sowohl um Teile aus neue Glasplatten als auch um Fragmente aus älteren (Kirchen-)Fenstern. Die Glasarbeiten wurden im Atelier der Glasmalerei Großkopf in Karlsruhe durchgeführt.

Über den gesamten gläsernen Bilderzyklus des Fensters „Mose: die zehn Gebote“ erscheinen Begriffe der Neuzeit wie Freedom, Peace, Selfie, Hope und Human. Sie  sollen auf positive Akzente und Wunschvorstellungen der Daseinsbewältigung verweisen. Mose und die zehn Gebote sind hierbei offensichtlich nicht ganz vergessen.

Bei Betrachtung der drei Buntglasfenster des Künstlers („Notburga wieder mit zwei Armen“, „Von Flucht und Zuflucht“ (finanziert durch das LEADER-Projekt), „Mose: die zehn Gebote“) betont Jürgen Goertz, dass gerade die Unterschiede in den einzelnen Arbeiten das Gesamtkunstwerk ausmachen.

 

2016: Neues Buntfenster hinter dem Altar

Hinter dem Flügelaltar des immer noch unbekannten Meisters befindet sich ein gotisches Fenster, das bisher in normalem weißen Glas gefasst war. Beim Besichtigen des Altars hat bisher dieses weiße Glas den Betrachter sehr geblendet.

Kirchliches Bauamt und Denkmalbehörde haben nach der Restaurierung des Altarraumes wiederholt empfohlen, das helle Fenster durch dunklere Gläser zu ersetzen.

Das war der Anlass für die Gestaltung eines neuen Fensters.

Der Eichtersheimer Bildhauer Prof.h.c. Jürgen Goertz,der auch den „Verlorenen Sohn oder Barmherzigen Vater“im Kirchenschiff geschaffen hat, wurde mit der Neugestaltung des Fensters beauftragt.

„Notburga wieder mit zwei Armen-Gott sei Dank“ nennt Goertz sein Glasfenster. In der linken Hälfte des Fenster erkennt der Betrachtet die Gestalt der Notburga mit der Schlange in der rechten Hand. Der linke Arm wird in der anderen Hälfte des Fensters, vom Körper getrennt durch eine Fensterstrebe, dargestellt. Die Gestalt der Notburga selbst erscheint wie hinter dem Fenster vorbeizuhuschen. Auf dieser Seite des Fensters ist auch die Hand Gottes zu erkennen, die Notburgas Arm wieder einsetzt.

Das Material der verwendeten Gläser besteht zum Teil aus über 100jährigen historischen Scheiben, die eine besondere Ausstrahlung haben.

Das Fenster stellt eine Verbindung zu der im Altarraum liegenden Steinplastik der Heiligen, ohne linken Arm, her.

Der Fördervereins Notburgakirche Hochhausen e.V.hat die Gesammtkosten des Fensters übernommen.

 

2014: Das erste Großprojekt

Das erste Großprojekt, das wie uns vorgenommen hatten, war die Restaurierung der Wandmalereien und  des Hochaltarbildes.

Die letzte Restaurierung lag rund 50 Jahre zurück und vor  allem die Wandmalereien waren stark geschädigt und in ihrer Substanz akut gefährdet.

Im Sommer 2014 hat Herr Gräßle, Restaurator, die Konservierungsarbeiten an der Altarbildern fertig gestellt. Die Bilder sind gereinigt und weisen keine losen Teile mehr auf. Fehlstellen wurden mit einem Leim-Kreide- Kitt ergänzt, um die Stabilität der Bilder zu erhöhen.

Um die Leinwände zu konsolidieren hat der Restaurator auf die Rückseiten der Bilder einen Schutz angebracht aus säurefreiem Karton in einem Holzrahmen. Dieser liegt eng an den Rückseiten der Bilder, hinterfängt etwaige Schwingungen und mildert Klimaeinflüsse.

Die Kreuzigungsgruppe wurde trocken gereinigt.

Nach den Arbeiten am Altarbild waren die Wandgemälde an der Reihe. Ende 2014 balancierten Herr Oechel und Herr Bux von der Firma Wieck auf dem Gerüst, um die Wandgemälde für die Nachwelt zu bewahren.

Die Arbeitsschritte bei dieser Restaurierung waren ähnlich, wie die der Restaurierung des Altarbildes, Reinigung, Festigung und Retuschierung.

Notburga-Wandmalerei

Notburga-Wandmalerei

Ein großes Problem stellten die salzigen Ausblühungen in der Nordwand der Kirche dar, die durch das Eindringen von Regenwasser in die Kaminwände verursacht waren. Die Restauratoren sind auch dieses Problems Herr geworden, sie mussten aber leider feststellen, dass an einigen Stellen die Bemalungen durch die Feuchtigkeit und die Salzausblühungen unwiederbringlich zerstört waren.

Die Retuschierungen wurden in Form von dünnen farbigen Strichen angebracht, sie werden von weitem als Fläche wahrgenommen, sind aber aus der Nähe gut erkennbar. Die Erkennbarkeit der Retuschen  ist ein Grundsatz der heutigen Restaurierungstheorie. Spätere Beobachter sollen erkennen können, was Original und was Restaurierung ist.

Die ganze Fläche wurde dann selbstverständlich vom Schmutz und Staub befreit.

Heute kann man die Resultate der Maßnahmen bewundern. Manch einer kann sich denken, dass man gar nicht so viel merkt. Es sei hier gesagt, dass dies ein Merkmal einer hochqualitativen Restaurierungsarbeit ist. Die Konservierungsarbeit dient der Bewahrung der Kunstwerke für die Nachwelt und nicht der „Schönheit“, was man auch immer unter diesen Begriff verstehen kann.

Der aufmerksame Beobachter wird aber sicher feststellen, dass Altarbild und  Wandmalerei „ruhiger“, ausgeglichener geworden sind und dass die Farben, befreit von Schmutz und Staub, viel brillanter strahlen als vorher.

Dank vielen Spendern konnte der Förderverein etwa 30 % der Kosten, die die ev. Gemeinde zu tragen hatte, übernehmen.

 

Perspektiven

Mit dem Abschluss der notwendigen Restaurierung ist die Arbeit des Fördervereins noch lange nicht am Ende.

Zuerst gilt es, die professionelle Pflege der restaurierten Werke finanziell zu sichern. Diese ist sinnvoll, um eventuelle Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Und wir wollen natürlich weiterhin so viele Menschen wie möglich in den Genuss unserer schönen Kirche bringen, indem wir dort Konzerte, Führungen und andere Veranstaltungen anbieten.