Sehenswürdigkeiten

Die Kreuzigungsgruppe

Die an der Südwand des Langhauses(rechte Seite) befestigte Kreuzigungsgruppe stammt höchstwahrscheinlich aus der Werkstatt des Heilbronner Bildhauers Hanns Seyffer oder Meister Hanns von Heilbronn. Seyffer oder Syffer wurde um 1460 in Sinsheim geboren und starb 1509 in Heilbronn. Sie wurde aus Lindenholz geschnitzt, natur belassen und hat eine Höhe von 65 cm. Die Gruppe kam vermutlich um 1510 in die Kirche.

Das in der Mitte hängende Kruzifix ist rechts vom Lieblingsjünger Johannes und links von Maria von Magdala (Magdalena) umgeben. Sie schauen voll Trauer auf den gekreuzigten Herrn.

Der verlorene Sohn

Auf der linken Wand (Eingang zum Altarraum) befindet sich ein farblich gefasstes Aluminiumrelief, das die Rückkehr des verlorenen Sohnes darstellt. Das Bildnis wurde 1984 vom Eichtersheimer Bildhauer Jürgen Görtz geschaffen. Die Hauptfigur stellt den Verlorenen Sohn, der in Lumpen gekleidet durch die geöffnete Tür des Vaterhauses tritt. Er empfängt die Hand des Vaters, die als Stulphand dargestellt ist. Alle, fast übergroßen Hände sind im Zentrum des Bildes, gleichsam auch als Trinität, Gottvater, Sohn und Heiliger Geist, dargestellt. Die Fessel, in die der Sohn verstrickt war, ist gerissen. Das Gesicht, ein Selbstbildnis des Künstlers, ruht in sich und strahlt eine große Zufriedenheit aus. Die Hand des Vaters ragt von unten in die drei Hände als Zeichen, dass er sich nicht über den Sohn stellt. Der Bruder, der bürgerliche, der nicht ausgeflippte, schaut voll Entsetzen am oberen Bildrand am Geschehen im Vaterhaus vorbei. Er konnte nicht fassen, dass der Vater seinem verloren geglaubten Sohn einen solchen Empfang, ja sogar noch ein Fest bereitet.

Am rechten oberen Bildrand ist noch ein angedeutetes Haus zu sehen, unten in Gold, darüber in grau. Das goldene steht als Zeichen der Ewigkeit, das zweite als das irdische Haus.

Das Relief  wurde in der Kirche patiniert  um die vielfach vorhandenen Farben aufzunehmen. Links des Kunstwerks ist an der Wand ein Lot befestigt. Es ist einerseits ein Zeichen dafür, dass das Relief senkrecht hängt, aber auch anderseits als Symbol dafür zu sehen, dass die Geschichte des Verlorenen Sohnes mit seinem Vater wieder ins Lot gekommen ist.

Der Flügelaltar

Der spätgotische Flügelaltar aus der Zeit Anfang des 16. Jahrhunderts (vermutlich zwischen 1510 und 1517) beherrscht als Kunstwerk den Chorraum. Der Maler ist leider bis heute nicht bekannt. Namhafte Künstler, wie Lucas Cranach, Hanns Schäufelin, oder Matthias Grünewald wurden als Schöpfer schon genannt. Jedoch ist bis heute leider keiner dieser Maler nachgewiesen.

Im Jahre 1962/63 hat Ernst Medding, in Rheinland-Pfalz tätig, seine Dissertation über den jungen Grünewald verfasst und in diesem Zusammenhang versucht, das Altarbild als Frühwerk zu deuten. Das Denkmalamt in Karlsruhe hat diese These verworfen. Der Hauptgrund sei die Tatsache, dass die Verwendung von Gold, wie Grünewald den Himmel im Hauptbild dargestellt, stilistisch nicht passe.

Der heutige Altar ist ein Torso des ehemaligen Flügelaltars. Es fehlen nämlich 4 Seitenflügel, die bei einer Restaurierung im Jahre 1825 wegen schlechter Qualität weggeworfen wurden.

Von dem Gesamtbild ist heute noch zu sehen:

Links des Hauptbildes ist die Heilige Katharina, zu erkennen an ihrem Rad und daneben der Apostel Petrus , rechts des Hauptbildes der Apostel Paulus und der Heilige Sebastian dargestellt. Bis zum Jahre 1492 ? war die Kirche den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Am Fuße der Tafeln ist die Stifterfamilie, links Bartholomäus Horneck von Hornberg und dessen Gemahlin Martha von Balzhofen mit ihren jeweiligen Wappen, dargestellt. Das Hauptbild zeigt die Kreuzabnahme Jesu: Links den Lieblingsjünger Johannes, dahinter im weißen Gewand Salome, rechts des Gekreuzigten die große Maria, Jesu Mutter, daneben, die linke Hand Jesu haltend, Maria von Magdala. Die beiden Männer hinter den Frauen sind Joseph von Arimathia und Nikodemus, die das Grab Jesu bereitet haben.

Auf der untersten länglichen Tafel, der sog. Predella, ist die Stifterfamilie mit ihren Kindern sowie in der Mitte eine Engelspieta dargestellt. Der Auferstandene stützt mit dem linken Flügel den Auferstandenen, eine seltene Darstellung einer Pieta.

Der Hintergrund des Bildes stellt eine Flusslandschaft dar. Es könnte sich hierbei um eine Jordanlandschaft, oder um eine flämisch-niederländische Gegend handeln.

Die Epitaphe

Auf der linken Seite des Kirchenschiffes stehen an der Wand der wunderschöne Epitaphe. Sie zeigen Hans Neidhard Horneck von Hornberg (gest. 1499) links daneben, farblich gefasst, seine Ehefrau gest. 1493 sowie ein Fräulein von Adelsheim.

Im Chorraum befindet sich auf der rechten Seite das Grabmal der Hl. Notburga in Form einer Steinplastik auf einem Sockel. Es zeigt die Heilige in einem Brokatkleid mit gotischem Faltenwurf und flachem Gesicht. Das Alter der Plastik ist nicht bekannt. Allerdings schreibt Reinhard von Gemmingen 1631 in einer Schrift, dass das Grab der Notburga „ mit einem schönen Stein und königlicher Krone“ geziert ist. In der rechten Hand hält sie eine Schlange, die ihr der Sage nach Heilkräuter bringt, um die Wunde des ausgerissenen Armes zu versorgen.